Klimaplattform Milch

Die Klimaplattform Milch eine Datenbank, die gemeinsam von den niedersächsischen Molkereien ins Leben gerufen wurde. In dieser werden die Daten des CO2-Bilanzierungstools „Agrar-Klimacheck“ gesammelt und gespeichert.

Die Molkereien wissen bereits, wie viele Emissionen bei der Produktion von Milchprodukten entstehen – wie viel Treibhausgase auf den Milchviehbetrieben anfallen, die mit etwa 80% den Hauptanteil des Fußabdrucks ausmachen. Viele Abnehmer der Molkereien (Industriekunden, Lebensmitteleinzelhandel etc.) fordern einen CO2-Fußabdruck der Milch entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Um vergleichbare Werte zu messen, haben sich die niedersächsischen Molkereien dazu entschieden für die Erfassung des CO2-Fußabdrucks auf Milcherzeugerbetrieben ein einheitliches Tool zu verwenden.

Das Ziel ist es die Milchbranche sprachfähig zu machen und, dass möglichst eine hohe Zahl an Betrieben an der Befragung teilnimmt. Außerdem sollen die Milcherzeuger für das Thema Klimaschutz und Stellschrauben auf dem eigenen Betrieb sensibilisiert werden.

Auf Servern der einzelnen Molkereien werden die Daten gespeichert, sodass die Ergebnisse auswertet werden können und den Kunden eine Einschätzung zum CO2-Fußabdruck geben kann. Dieselben Daten aller Molkereien werden anonymisiert an einen Server der Fokus Milch GmbH weitergeleitet, mithilfe dessen Auswertungen über die CO2-Bilanzen der Betriebe, z.B. auf Bundesland-Ebene, durchgeführt werden können.

Agrar-Klimacheck

Der Agrar-Klimacheck ist ein Bilanzierungs-Tool für den Treibhausgasausstoß für Milchviehbetriebe. Es basiert auf dem von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickeltem TEKLa-Tool (Treibhausgas-Emissions-Kalkulator-Landwirtschaft). Das Tool ermittelt benutzerfreundlich, mit wenigen Fragen die ausgestoßenen Treibhausgasäquivalente pro kg Milch. Die 17 Fragen können vom Landwirt ohne Berater am eigenen PC beantwortet werden. Mit einfach zugänglichen Daten (beispielsweise dem Stromverbrauch, der Milchmenge pro Kuh sowie Angaben zur Fütterung) wird der CO2-Fußabdruck errechnet. Während und nach der Beantwortung der Fragen wird dem Milcherzeuger dargestellt, welchen Einfluss die einzelnen Fragen bzw. Kriterien auf den CO2-Fußabdruck haben und die Antworten werden direkt mit einer Referenzgruppe verglichen.

Bei der Ergebnisdarstellung werden mit Grafiken, beispielsweise der Vergleich zu anderen Landwirten der gleichen Molkerei oder die Auswirkungen einzelner Faktoren auf den CO2-Fußabdruck, ausgewertet.

Der Agrar-Klimacheck basiert auf dem wissenschaftsbasierten, bundeseinheitlich abgestimmten Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen (BEK) in der Landwirtschaft.

Referenzwerte

Die Daten des sogenannten Referenzbetrieb setzen sich aus bereits durchgeführten Klimabilanzen durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Kraftfuttereinsatz und -energiegehalt, Sojaeinsatz, Stromverbrauch, Anteil Ökostrom, Nottötungen) und aus Durchschnittswerten des Thünen-Institut (Grundfuttererträge, Weidehaltung, Lebendgewicht, Milchleistung, Werte der Düngebedarfsermittlung, Düngelagerung), des Landesamts für Statistik (Kuhbestand) und der Landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalt (LUFA; Energiegehalt des Grundfutters) zusammen. Die Werte des Thünen Instituts und des Landesamtes für Statistik beziehen sich auf niedersächsische Milcherzeugerbetriebe in den Jahren von 2014 bis 2018. Die Vergleichszahlen sind nicht repräsentativ für die niedersächsische Milcherzeugung. Sie dienen lediglich als Hilfestellung für die Landwirte zur Einordnung ihres CO2-Fußabdrucks.

BEK-Standard

Der Berechnungsstandard für einzelbetriebliche Klimabilanzen wurde durch elf wissenschaftliche und landwirtschaftliche Einrichtungen (u.a das Kuratorium für Technik und Bauen in der Landwirtschaft, das Thünen-Institut, die Landwirtschaftskammern) erarbeitet, richtet sich immer nach den aktuellsten Regeln der internationalen Treibhausgasberichterstattung. Der BEK legt als deutscher Standard die zu verwendenden Emissionsfaktoren, die Quellen der Emissionen sowie Allokationsverfahren für die Bilanzierung des CO2-Fußabdrucks auf landwirtschaftlichen Betrieben fest.

Die Berechnungsgrundlagen sind für jeden nachvollziehbar beim KTBL veröffentlicht unter: www.ktbl.de/themen/bek

Emissionen aus Moorflächen

Neben den 17 Fragen werden im Agrar-Klimacheck auch zwei zusätzliche Fragen zur Bewirtschaftung von Moorflächen gestellt. Aufgrund der unzureichenden Datengrundlage, die nötig wäre um die Emissionen aus Moorflächen abzuleiten, werden diese Angaben noch nicht in die Berechnung des CO2-Fußabdruckes einbezogen.

Da die Emissionen aus Moorflächen einen Großteil des Fußabdrucks ausmachen, wird die Erhebung durchgeführt, um nachträgliche Anpassungen des Fußabdrucks machen zu können, alsbald reliable Werte für Emissionen vorliegen. Außerdem helfen die Ergebnisse für die grobe Einordnung, welche Ausmaß die Bewirtschaftung von Moorflächen für die Milchproduktion hat.

TEKLa

Das von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelte Excel-Tool TEKLa (Treibhausgas-Emissions-Kalkulator-Landwirtschaft) berechnet die Treibhausgasemissionen des Milcherzeugerbetriebs, inklusive des vorgelagerten Bereichs, sodass Landwirte bzw. Berater die Stellschrauben zur Verbesserung ihres CO2-Fußabdrucks identifizieren können.

Durch jahrelange Entwicklung und Optimierung erriecht TEKLa die wissenschaftliche Erkenntnisse in die praktische Beratung einzubetten. Ebenso wie der Agrar-Klimacheck basiert TEKLa auf dem BEK-Standard.